Montag, 31. Oktober 2011

Ja, ich will

Ich betrat den Raum, alles war schön geschmückt. Es roch nach Lavendel, Orangenblüten, Rosenblätter... Ein traumhafter Geruch. Im ersten Blick achtete ich nur auf die Dekoration. Sie war wunderschön. Ich bibberte. Ich hatte Angst, wirklich Angst. Nicht Angst, du würdest "nein" sagen. Sondern Angst davor, wie es danach wird. Würde mich Dad nicht so festhalten, ich glaube ich hätte nicht gerade gehen können. Ich ging den Gang entlang. Ich sah deinen Vater nicht, der neben dir stand, meine Mutter die in der 1. Reihe sitzt, alle anderen Gäste. Ich schenkte nur dir meine Aufmerksamkeit. Dein makelloses Gesicht, deine Person. Es gibt nichts verführerischeres als dich. Ich sah dich an, mit vollkommenen Blick, welcher nur dir galt. Und dann war ich dran. Erst als ich das Jawort sprechen sollte merkte ich, dass ich weinte. Nur mit Mühe kam mir "Ja, ich will" mit einem fast verschlungenem Ton über die Lippen. Er klang so gelassen, nein, er war gelassen. Es war so als würde es öfters machen. Aber er klang so sicher, dass er es will. Er will mich, ein kleines schüchternes Mädchen, mich. "Sie dürfen die Braut nun küssen." Ich sah ihm in seine braunen Augen, ich ließ mich von dem Geruch treiben. Seine vollen Lippen berührten meine. Wir küssten uns innig. Es war mir schon etwas peinlich, als die Gäste tuschelten und lachten, aber er hatte den Kuss begonnen, also musste er ihn auch beenden. Wir empfingen herzlichste Glückwünsche. Ich hatte eine neue Familie. Eine Familie die mich liebte, genau wie ich ihn liebte. Ich denke, nein. Ich liebe ihn mehr, so sehr. Und das schönste ist, ich weiß, dass er mich auch liebt, so wie ich ihn liebe. Es wurde spät am Abend, der Aufbruch in unsere Flitterwochen...
"Übrigens, ich liebe dich." Er lächelte ein kleines Lächeln. "Deshalb sind wir hier."

Montag, 3. Oktober 2011

Jump


Ich würde am liebsten springen.
Immer weiter springen, springen, springen.
So lange springen bis ich fliegen kann.
Weg springen, weg fliegen, weg laufen.
Nenne es so wie du es möchtest.
Jedoch ändern würde es nichts.
Ich spüre die Luft.
Die Luft, die uns am Leben hält.
Mein Happy End? Ich bekomme es.
Ob mit oder ohne dich, das ist egal.
Ich werde es haben.
Das weiß ich.
Es ist mir egal, dass sich Menschen verändern.
Es ist mir egal, wie mich jemand nennt.
Es ist mir egal, ob mich jemand mag oder nicht.
Aber was mir nicht egal ist, wenn man mich anlügt.
Die größte Lüge überhaupt ist, zu sagen, dass man einen mag.
Und ich glaube, ja. Du lügst.

"Du hast gesagt du gibst keine Versprechungen!"
"Nein, ich habe gesagt ich gebe keine leeren Versprechungen. Das ist ein gewaltiger Unterschied."

Idiot.

Samstag, 1. Oktober 2011

Ich laufe


Ich spring ins Wasser.
Ein kleiner Hauch Luft in meiner Lunge.
Erst wenn ich nichts mehr spüren kann,
komm ich an.
Immer tiefer sinke ich zum Meeresboden.
Waren es nicht schöne Erinnerungen hier zu sein?
Wir beide verbrachten etliche Stunden hier.
Nein.
Nicht, weil wir uns mochten oder uns nicht mochten.
Wir waren hier, weil wir die Harmonie zwischen uns spürten und liebten.
Mir geht die Luft aus, mein Engel.
Es ist egal, wo du bist.
Hauptsache ich werde ruhen können.
Ruhen davor, was mit uns passiert ist.
Und ich laufe, ich laufe davon.
So schnell und weit ich kann.
Wenn du die Stimme in deinem Herzen hörst,
vielleicht hältst du mich dann auf.

Inspiration durch Tim Bendzko.

Ich liebe meine beste Freundin, seid neidisch. ♥